Malpique und Faro

Wenn auch die schwarze vulkanische und obendrein häufig noch windzerzauste "Geröllhalde" nicht das beste Umfeld für die begleitende Familie bietet, so hat doch der Süden, unter Wasser seinen Reiz. Hier treffen sich immer wieder alle Taucher der Insel, und nicht ohne Grund. Häufig gutes Wetter und einige Steilhänge warten in nur 40 Fahrtminuten Entfernung auf uns.

Malpique

Auch hier erwarten uns nach der Passage der Geröllhalden klares Wasser und bizzarre Lavaformationen. Da lacht das Herz des Tauchers. Klares Wasser belohnt uns nach dem beschwerlichen Einstieg. Nach etwas längerem, aber interessanten  Anschwimmen erreichen wir die Kante. Wer mag, lässt sich die Steilwand hinabfallen und passiert den Torbogen auf 38 m, kreist um den "James Bond Felsen" und bewundert die schwarzen Korallen.  (12m - 40m)
 

Faro

Häufig steigen wir direkt am Strand des Leuchtturmes ins hier meist ruhige Wasser ein. Dort kann die Begleitung sich sonnen und im Kiosk einen Imbiss nehmen.
Zwischen den beiden Tauchplätzen befindet sich auch der "Friedhof" (s. Foto), der schon so manchen Taucher überrascht hat, wenn er denn so aus dem Nichts in 20m Tiefe auftaucht - eine kleine Geschichte dazu s.unten.

 

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 Der palmerische heilige Bimbam
 

Am 15. Juli 1570 wurden Ignazio Azavedo und seine 39 jesuitischen Begleiter auf Ihrem Weg das Kreuz nach Brasilien zu tragen vor der Küste Tazacortes von französischen -natürlich heidnischen Evangelen, Hugenotten wurde die wohl genannt- Piraten getötet. Was denn die Jesuiten in Südamerika wollten, das weiß heute ja auch jeder, vielleicht nicht nur die Verbreitung der reinen Christenlehre , aber das mag dahingestellt sein. Im Jahre 1742 erklärte dann auch Papst Benedikt XIV die 40 Jesuiten zu Märtyrern. Dann dauerte es noch mal bis 1862 bis Papst Pius IX selbige auch selig sprach. Auf die weitere kirchliche Karriere warten die 40 bis heute, denn die Heiligsprechung ist ihnen bis heute verwehrt geblieben - aber das kann ja auch noch kommen.
Nun will man aber auf der Insel endlich diese 40 wackeren Gotteskrieger nicht nur selig, sondern auch heilig wissen. Die Antwort des Oberpostulanten Paolo Molinari (sicher aus Rom) ist aber wenig viel versprechend. Erst müssen die Vierzig ein Wunder vollbringen, dann erst kann über Heiligsprechungen verhandelt werden. Man denke da so an eine Wunderheilung, für die es keine medizinische Erklärung gibt. Das könnte sich aber posthum doch ein wenig schwierig gestalten, die Chance ist wohl verpasst.  Dann muss La Palma wohl noch weitere Jahrhunderte auf seinen Heiligen warten. Aber die Inselregierung arbeitet eisern daran. Eine solche Gelegenheit sollte man sich aber auch nicht entgehen lassen. 40 Heilige auf einen Streich, das wäre wahrscheinlich echter Weltrekord!

An der Stelle -oder jedenfalls so in der Nähe- an der den vierzig Getreuen der Garaus bemacht wurde und ihre sterblichen Überreste
ins Meer geworfen wurden, wurden 2001 in einer feierlichen Prozession 40 Steinkreuze versenkt.
Ein durchaus etwas makabres Schauspiel diese Stelle anzutauchen, aber wer´s mag soll dort gerne hingeleitet werden.